Cognitec testet elektronische Gesichtserkennung im Messegelände

PIRATEN warnen vor Feldversuchen mit moderner Überwachungstechnologie

Wie aus einer Kleinanzeige in der Onlineausgabe des Dresdner Stadtmagazins „SAX“ hervorgeht, führte die Dresdner Firma „Cognitec Systems GmbH“ Ende August gemeinsam mit dem Netzwerk freier Medienschaffer „4motiongroup“ im Messegelände Dresden Videodrehs zur Erprobung von Überwachungssoftware durch. Nach eigenen Angaben dient die Software unter anderem dazu, mit Hilfe von automatischer Gesichtserkennung einzelne Menschen in Videoaufnahmen zu identifizieren oder Merkmale wie Alter und Geschlecht der Betroffenen zu analysieren.

Cognitec zeichnet sich unter anderem für die Gesichtserkennungssoftware „FaceVACS-VideoScan“ verantwortlich, ein leistungsfähiges Video-Überwachungsprogramm. Auch polizeiliche und geheimdienstliche Bundesbehörden setzten bereits Software der Firma ein, wie der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des MdB Andrej Hunko (Die LINKE)  zu entnehmen ist.

»Ein weiterer Schritt in Richtung Überwachungsstaat mit Hilfe von Bürgern, die mit Geld gelockt werden, ist nicht akzeptabel. Es ist unfassbar, dass für die Probanden die Verpflegung und ein Honorar gezahlt werden, was sicherlich viele Studenten anzieht«, meint Marcel Ritschel, Generalsekretär der Piratenpartei Dresden. »Diese Menschen helfen so, die Technik des Überwachungsstaates zu testen und zu verbessern. Es erinnert sehr an INDECT, welches auf dieser Technik aufbaut und von ihr profitiert. Am 20. Oktober wird europaweit dagegen demonstiert – auch hier in Dresden -, um diesem Überwachungswahn entgegenzuwirken«, erklärt er weiter.

Die Piratenpartei lehnt den Einsatz moderner Überwachungstechnologien im öffentlichen Raum und zu Werbezwecken ab, da er zu enormen Eingriffen in die Grundrechte der betroffenen Bürgerinnen und Bürger führt und zur Prävention von Straftaten nicht geeignet ist


Kommentare

3 Kommentare zu Cognitec testet elektronische Gesichtserkennung im Messegelände

  1. Valmor schrieb am

    Das ist ja wohl die mit Abstand schlechteste Veröffentlichung des KV bis dato…

    Das Recht auf freie Entfaltung und die Berufsfreiheit garantieren, dass jeder – auch eine juristische Person – in unserer Marktwirtschaft sich Produkte ausdenken & herstellen kann, wie es ihm beliebt. Sich über Unternehmertum zu echauffieren, überlasst man doch bitte Spiegel TV oder ähnlichem aber nicht als seriöse politische Partei!!! O.k., dunkelroten Parteien sei so ein Verhalten noch verziehen aber da mangelt es sowieso am Kriterium „Seriosität“

    Man stelle sich vor; erwachsene Menschen bekommen für Ihre Arbeitstätigkeit vor der Kamera auch noch eine entgeltliche Bezahlung und freie Koste – einfach „unfassbar“!

    Rund 3,1 Millionen Unternehmen sowie alle staatlichen Behörden locken Tag für Tag Millionen von Bürgern, mit Hilfe dieses verdammten Geldes, in die Knechtschaft – einfach „unfassbar“!

    Und natürlich noch die explizit erwähnte Sorge um das besondere Schutzgut „Studenten“; vergesst Kinder, Kranke, Alte & die tibetanischen Tiger – Grundgesetz bless Students!

    Man stellt keine Unternehmen des eigenen Wahlkreises in einer Veröffentlichung bloß, nur weil es seinem Zweck, der Gewinnerzielung durch anbieten von Produkten, nachgeht! Persönliche Zwangsneurosen gegen Kameras dürfen keinesfalls das Wirtschaftsleitbild des Kreisverbandes Dresden bestimmen.

    Erst Denken, dann Schreiben.

    Grüße
    Alex Müller

  2. rocknproll schrieb am

    @Valmor

    Hallo Herr Müller,

    „Man stellt keine Unternehmen des eigenen Wahlkreises in einer Veröffentlichung bloß, nur weil es seinem Zweck, der Gewinnerzielung durch anbieten von Produkten, nachgeht!“

    Das Unternehmen fühlt sich also bloß gestellt? Das ist ja schon mal ein Anfang.
    Meinen Sie nicht auch, dass es vor allem auf die Art der Produkte ankommt, ob man eine Entwicklung und Vermarktung derer gut/schlecht findet?

    Zum Beispiel im Bereich der Rüstungsindustrie könnte die Menschheit vor so manchem Elend bewahrt werden, würden die verschiedensten Produkte von Anfang an und konsequent geächtet werden. Auch (vielleicht sogar gerade) Unternehmer sollten sich ihrer Verantwortung in der Gesellschaft bewusst sein und entsprechend handeln.

    Dem Zweck der Gewinnerzielung mag in verschiedenen Unternehmen ja alles untergeordnet sein, im politischen Meinungsbildungsprozess einer freiheitlichen Partei sollte er dagegen eher eine untergeordnete Rolle spielen.

    Das mag bei der Partei, die ‚freiheitlich‘ im Namen trägt zwar nicht so sein, bei den Piraten dafür um so mehr.

    M. fr. Gr. Ronny P.

  3. Kami schrieb am

    Schreibt mal was gegen CERN, die sollen an der Erfindung des Internets beteiligt gewesen sein und jetzt passieren dort viele schlimme Dinge! Sogar Überwachung und so! Wenn man bedenkt, dass dort staatliche Millionenbeträge hinfließen ist ja auch ganz klar, wer dahinter steckt. Also man muss nur 1 und 1 zusammen zählen (kann es Zufall sein, dass ein großer Provider so heißt) und schon weiß man wer uns dazu gebracht hat all unsere privaten Daten im Internet preis zu geben.

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