Papier kannste knicken, Gleichberechtigung nicht

Viele orange Papierpblumen um ein Piraten-P gelegt.

Anfang des 20. Jahrhunderts formten sich in mehreren Ländern Europas Bewegungen für mehr Gleichberechtigung der Geschlechter, so zum Beispiel bei den Löhnen oder dem Wahlrecht. 1921 wurde dann auf einer multilateralen Konferenz der erste Internationale Frauentag ausgerufen, als Kampftag für mehr Frauenrechte in Arbeit und Politik. 105 Jahre später ist hiervon weniger übrig: ein Blumenstrauß auf Arbeit oder Frauentags-Rabatte von Juwelieren, Parfümerien oder Modelabels – All das hat mit dem feministischen Kampftag leider gar nichts mehr zu tun.

Dass oftmals männliche Politiker am 8. März in Fußgängerzonen Blümchen verteilen, sehen wir mit gemischten Gefühlen. Natürlich hat sich in den letzten 100 Jahren viel getan in Sachen Geschlechtergerechtigkeit

Für Linda Bernhardt, Vorstand der Piraten Dresden, reicht das allerdings noch lange nicht aus: „Eine Blume am 8. März macht nicht wieder gut, was Frauen in diesem System erleben mussten und immer noch müssen. Finanzielle Nachteile, geschlechtsspezifische Gewalt, Unterrepräsentation in Politik und Wirtschaft, Diskriminierung von Menschen, die nicht in das binäre Geschlechtersystem passen – all das sind nur einige der Probleme, mit denen FINTA-Personen in Deutschland noch heute zu kämpfen haben.“

Mit einer Aktion auf der Straße machen sich die Piraten Dresden deshalb über die „Blümchenpolitik“ der anderen Parteien lustig und verteilen an vorübergehende Passant:innen selbstgebastelte Blumen aus Papier – allerdings mit einer Warnung: Diese Blumen haben scharfe Dornen. Denn wenn man die Blüte auffaltet, findet man darin unangenehme Fakten zur fehlenden Gleichstellung der Geschlechter. 

Johanna Kluge, Vorsitzende der Neustadtpiraten, ergänzt zur Motivation dieser Aktion:

„Wir möchten auf diese Weise zum Grundgedanken des feministischen Kampftages zurückkehren und Bewusstsein für die vielen Baustellen schaffen, die wir auch im Jahr 2026 noch immer haben. Blumen sind vielleicht schön. Noch lieber als ein banales „Danke“ einmal im Jahr wäre uns jedoch tatsächliche, ganzjährige Gleichstellung der Geschlechter in allen Lebenslagen.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert