Am 8. September 2026 kam der SBR Pieschen zu seiner 25. Sitzung zusammen. Die Tagesordnung war mäßig gefüllt mit städtebaulichen Zukunftsprojekten, Denkmalschutzfragen und Förderanträgen unserer lokalen Vereine.
Hier ist mein ausführlicher Bericht aus der Sitzung.
TOP 1: Wohnbebauung Weimarische Straße 33 – Nachbesserungen im Quartiersinneren
Den Auftakt machte die erneute Vorstellung des Wohnungsbauprojekts an der Weimarischen Straße 33 durch die Architekten Sauther und Delgado von Henning Larsen Architekten. Auf dem Areal ist die Schließung der Blockrandbebauung sowie eine Nachverdichtung im Innenbereich geplant. Insgesamt sollen 69 Wohneinheiten mit ein bis vier Zimmern geschaffen werden, darunter auch geförderte sowie barrierefreie Wohnungen, ergänzt durch 38 Tiefgaragen-Stellplätze.
Im Vergleich zum ersten Entwurf aus dem Januar 2026 wurden die Gebäudehöhen der drei freistehenden Baukörper im Quartiersinneren nach Vorgaben der Gestaltungskommission reduziert. Während zur Weimarischen Straße ein privater Innenhof entsteht, ist zur Moritzburger Straße ein öffentlich zugänglicher Quartierspark mit Durchwegung geplant. Der erhaltenswerte Baumbestand soll geschützt und durch 60 Neupflanzungen erweitert werden, während das Regenwasser nach dem Schwammstadtprinzip direkt vor Ort versickert. Trotz „Bauturbo“ ist mit einem Baubeginn allerdings erst in etwa drei Jahren zu rechnen. Obwohl die städtebauliche Durchwegung aus piratischer Sicht erfreulich ist, bleiben wichtige Fragen zur künftigen Pflege des Parks noch unklar.
TOP 2: Brunnen Thäterstraße in Übigau & die Wiederbenennung des Mengsplatzes
Unter dem zweiten Tagesordnungspunkt stellte Frau Kaden vom Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft den Entwurfsstand zur denkmalgerechten Sanierung der Grünanlage und der Brunnenplastik an der Thäterstraße vor. Die geschützte Anlage der ehemaligen 42. Volksschule in Übigau soll neue Wegeoberflächen, Einfassungen, Bänke sowie Nachpflanzungen erhalten. Die Kalkulation beläuft sich auf rund 265.000 Euro Baukosten und 65.000 Euro Planungskosten, woraus sich ein Gesamtvolumen von etwa 330.000 Euro ergibt.
Das große Problem liegt jedoch im städtischen Haushalt: Die Landeshauptstadt Dresden hat derzeit keine finanziellen Mittel für die Umsetzung eingeplant. Eine Realisierung wäre vorerst nur in drei Teilabschnitten möglich, und auch die künftigen Betriebskosten sind noch nicht gedeckt. Rund 80 Minuten beschäftigen wir uns mit diesem Tagesordnungspunkt, der vor allen den Bürgern von Übigau sehr wichtig zu sein scheint.
Im selben Zusammenhang berieten wir über einen Antrag von Tino Jasef (Freie Wähler) zur Wiederbenennung der Grünfläche an der Mengsstraße Ecke Thäterstraße als „Mengsplatz“. Die Rückkehr zum historischen Platznamen wird auch vom Stadtarchiv unterstützt, da sie Identität und Stadtteilkultur stärkt. Ein Vertagungsantrag von Beirat Overmeyer wurde mehrheitlich abgelehnt. Schließlich stimmte der Stadtbezirksbeirat der Wiederbenennung des Mengsplatzes mit 12 Ja-Stimmen zu.
TOP 3: Vorlagen und Anträge – Starkes Ehrenamt & sparsame Bänke
Anschließend ging es um die Vergabe von Fördergeldern aus dem Budget des Stadtbezirksbeirats:
- Ersatz von Tischtennisplatten nach Wasserschaden (V-Pi00128/26): Der SV Dresden-Neustadt 1950 e.V. beantragte 1.998,00 Euro für den Ersatz von zwei Turniertischen, die bei einem Wasserschaden in der städtischen Sporthalle Mengsstraße zerstört wurden. Durch undichte Dachrinnen drang Wasser ein, jedoch lehnte die Stadt in menschlich sehr unschöner Weise die Schadensregulierung ab. Im Beirat stieß die Weigerung der Stadtverwaltung, Verantwortung für ihre marode Infrastruktur zu übernehmen, auf Unverständnis und Ablehnung. Wir beschlossen die Zuwendung einstimmig, um den Trainingsbetrieb der 70 Tischtennisspieler*innen zu sichern, auch wenn wir deutlich der Auffassung waren, dass es Sache der Stadt und nicht des Stadtbezirks ist, hier eine Lösung zu schaffen.
- Pieschner Weihnachtskalender 2026 (V-Pi00129/26): Der Verein Pro Pieschen e.V. beantragte 2.448,00 Euro für das beliebte Stadtteilprojekt. Neben 1.000 gedruckten A3-Kalendern mit Kita-Kinderzeichnungen hinter den Türchen wird wieder ein A0-Großkalender für die Stadtteilbibliothek Pieschen erstellt. Der Antrag wurde einstimmig bewilligt.
- Nachteule 3.0 im Zentralwerk (V-Pi00130/26): Der shakehands Dresden e.V. erhielt einstimmig 1.740,00 Euro für die dritte Auflage seines Tischtennis- und Kulturfests. Christoph Gabrecht berichtete von 150 Besucher*innen und 48 Turnierteilnehmer*innen bei der Veranstaltung am 5. September im Zentralwerk.
- Bankkonzept Pieschen (V-Pi00131/26): Für die Aufstellung von sechs Bänken im Stadtbezirk wurden 8.900,00 Euro bereitgestellt. Besonders positiv hoben wir hervor, dass eine Knotenbank in Altübigau für günstige 563,06 Euro durch die Lebenshilfe aufgearbeitet wird. Auch diese Vorlage sicherte sich die einstimmige Zustimmung.
TOP 4: Informationen des Stadtbezirksamtsleiters
Der stellvertretene Amtsleiter Torsten König informierte über aktuelle Entwicklungen im Stadtbezirk:
- Die Verwaltung prüft derzeit die Aufstellung eines kostenfreien Trinkbrunnens an der Gehestraße.
- Zur Vorbereitung des städtischen Doppelhaushalts können die Beiräte bis zum 23. September Fragen einreichen. Nach einer gemeinsamen Sitzung am 9. Oktober erfolgt die abschließende Behandlung im SBR am 3. November.
- Hinsichtlich der Dialogdisplays zur Geschwindigkeitsanzeige wird der Standort an der Aachener Straße in Höhe der 56. Grundschule bis Mitte September aufgebaut. Der Standort Robert-Matzke-Straße wird aufgrund des derzeitigen Baus eines Fußgängerüberwegs neu bewertet.
TOP 5: Anfragen und Anregungen
Zum Abschluss berieten wir über verkehrspolitische Anfragen und Bürgeranliegen:
- Sicherer Radweg an der Kötzschenbrodaer Straße: Ein Antrag der CDU-Fraktion befasste sich mit der gefährlichen Wegeführung an der Ecke Washingtonstraße/Lommatzscher Straße, wo scharfe 90-Grad-Kurven zu ausgetretenen Trampelpfaden über die Grünfläche führen. Der SBR beschloss einstimmig, die Verwaltung mit der Prüfung einer direkten Wegeführung zu beauftragen.
- Weitere Anfragen aus dem Beirat: Zudem gab es Nachfragen zum Planungsstand für den kleinen Platz Altpieschen sowie zur Benennung des Theodor-Rosenhauer-Platzes. Bezüglich einer Geschwindigkeitsbegrenzung am Kinderspielplatz Konkordienstraße kündigte die Verwaltung einen schriftlichen Vorschlag an. Abschließend wurde nach der verbleibenden Nutzbarkeit der Schwimmhalle Klotzsche gefragt
Die nächste Sitzung findet planmäßig am 06.10.2026 18:00 Uhr statt – da bin ich allerdings nicht da. Wenn Ihr eigene Themen aus dem Stadtbezirk habt, freuen wir uns auf Eure Nachricht.



