Am 03.02.2026 traf sich der SBR Pieschen zu seiner 2. turnusmäßigen Sitzung in diesem Jahr, die insgesamt 19. der Legislaturperiode.
Zunächst wurde uns von Frau Marin aus dem Jugendamt der aktuelle Stand des „Planungsrahmens der Kinder- und Jugendhilfe in Dresden“ für die Stadträume 4 und 5 – das entspricht in etwa dem Stadtbezirk Pieschen – vorgestellt. Das Jugendamt hat im Rahmen einer Sozialraumanalyse die Stadt in 17 Stadträume unterteilt, für die jeweils eigene Planungen vorgenommen werden. Alle 3-4 Jahre (so ist es zumindest angestrebt) finden dazu Planungskonferenzen statt, die uns jetzt vorgestellten Planungen stammen aus dem Frühjahr 2025. Frau Marin machte deutlich, dass sich diese Planungen jeweils auf den Kinder- und Jugendhilfe-Bedarf in den Stadträumen beziehen und die finanziellen Möglichkeiten nicht berücksichtigen.
In Pieschen wurde ein Bedarf im sozialen Brennpunkt Kalkreuther Str. festgestellt, der dort den Übergang vom derzeit nur mobilen Angebot zu einem stationären Angebot erforderlich macht – wenn dafür Geld da ist. Im Bereich der Richard-Rösch-Str. stellt das Jugendamt einen steigenden Bedarf nach Hilfen zur Erziehung fest und will erst einmal die Ursachen ermitteln.
Generell besteht ein großer Bedarf an Freiflächen und Freiräumen für Kinder und Jugendliche, der derzeit nicht erfüllt werden kann.
Der SBR nahm den vorgestellten Planungsrahmen zur Kenntnis.
Weiter ging es mit diversen Förderanträgen.
Für das Ensemble La Vie e.V. aus München und Dresden stellte Frau Steuck ihr Projekt vor. Im Theaterhaus Rudi sollen insgesamt 4 Aufführungen des Theaterstückes „KILL YOU“ erfolgen, das sich mit Spielsucht beschäftigt und seit 6 Jahren insgesamt mehr als 100 Mal in Deutschland – auch schon in Dresden – aufgeführt wurde. Auch das Interesse an den Vorführungen im Theaterhaus Rudi ist hoch, die Vorstellungen seien schon ausgebucht. Die gesetzlichen Mindestgage der beteiligten Künstler seien zwar Anfang 2026 von 310 auf 360 Euro pro Aufführung angehoben worden und der Förderantrag basiere auf nur 3 geplanten Vorstellungen, trotzdem seien die Künstler bereit, 4 Vorstellungen zu geben und auf die erhöhten Mindestgagen zu verzichten. Bei 5 Enthaltungen war dieses Engagement dem SBR mehrheitlich eine Förderung von 5.500 Euro wert.
Frau Ohle und Herr Bornstein stellten anschließend ihr Projekt „SePiJa – Jazzsession in Pieschen“ vor, das bereits seit vergangenem Jahr etabliert ist und dieses Jahr 10 freie und öffentliche Jazz-Sessions im Kulturhafen Leisniger Str. vorsieht. 2025 seien pro Session zwischen 8 und 50 Besucher, die auch mitjazzen konnten, gekommen, man habe ein Stammpublikum von ca. 20 Teilnehmer·innen zwischen 16 und 80 Jahre aufbauen können.
Der SBR bewilligte mehrheitlich die beantragte Förderung von 5.640 Euro.
Frau Herrmann und Herr Müller von der Outlaw gGmbH präsentierten anschließend das Projekt „HIP HOP im Kinder- und Jugendhaus Emmers“, das seit einem Jahr läuft und kostenlos Hiphop-Kurse und Graffiti-Workshops anbietet. Es gebe einen Anfänger- und einen Fortgeschrittenenkurs, die jeweils regelmäßig von 5 bis 6 Kindern und Jugendlichen besucht werden. Ein Graffiti-Workshop in den Herbstferien habe 12 Teilnehmer·nnen gehabt.
Die beantragte Förderung von 5.940 Euro hat der SBR mit 15 Stimmen bei einer Gegenstimme und 2 Enthaltungen gewährt.
Mit der Outlaw gGmbH ging es gleich weiter. Frau Herrmann und Herr Materni stellten das Projekt „Unser eigener Song“ vor, das bereits im vergangenen Jahr mit einer Förderung der Aktion Mensch stattfand und nun weitergeführt werden soll. In einem wöchentlichen Workshop von jeweils 2 Stunden lernen dort Kinder und Jugendliche, einen eigenen Song zu schreiben und zu produzieren. Insgesamt habe es im vergangenen Jahr ca. 20 Teilnehmer·innen gegeben, wöchentlich seien 6-8 Kinder und Jugendliche zum Kurs gekommen. Das im letzten Jahr von den Kindern produzierte sehr sympathische Musikvideo konnten wir zwar sehen, es soll aber erst noch auf dem YouTube-Kanal der Outlaw gGmbH veröffentlicht werden.
Bei zwei Enthaltungen gewährte der SBR mehrheitlich die beantragte Förderung von 3.590 Euro.
Das Stadtteilfest St. Pieschen – dieses Jahr vom 05. bis 07.06. bedarf eigentlich keiner großen Vorstellung. So präsentierte uns Herr Koenitz vom veranstaltenden Verein auch hauptsächlich Begründungen für die ständig steigenden Kosten. Die Gründe dafür sieht er vor allem in ständig steigenden behördlichen Anforderungen, etwa durch Sicherheitskonzepte mit sündteuren Nizza-Sperren und zertifizierten Sicherheitsdiensten und Sanitätern. Auch möchte die Stadt Dresden dieses Jahr nicht wie in den vergangenen Jahren auf die erheblichen Straßennutzungsgebühren verzichten.
Da das Stadtteilfest aufgrund des sehr hohen ehrenamtlichen Engagements des Vereins aber im Gegensatz zu anderen Stadtteilfesten überlebt hat und für den Stadteil Pieschen sinn- und gemeinschaftsbildend ist, gewährte der SBR einstimmig die beantragte Förderung von 46.200 Euro dafür.
Für die Pieschener Stadtkapelle stellte Dr. Adolphi den Förderantrag vor. Die Pieschener Stadtkapelle gibt es als offenes Ensemble seit 2022, 2025 nahmen 146 Teilnehmer an den offenen Proben und Aufführungen teil. Die Fortsetzung der erfolgreichen Arbeit war dem SBR einstimmig die beantragte Förderung von 1.925 Euro wert.
Anschließend ging es um uns: wie bereits in den vergangenen Jahren berichtet Pieschen Aktuell über die Arbeit des Stadtbezirksbeirates, insgesamt wurden 2025 493 redaktionelle Artikel veröffentlicht und regelmäßig über unsere Sitzungen berichtet. Wie auch in den vergangene Jahren unterstützt der SBR mehrheitlich (bei 3 Gegenstimmen) diese Arbeit von Herrn Frintert mit 7.500 Euro.
Das Stadtbezirksamt hatte für uns eine Übersicht der geförderten Projekte des Jahres 2025 vorbereitet. Von Gesamtbudget von 447.653,09 Euro haben wir 447.525,35 Euro (fast 100%) zugunsten des Stadtteils und verschiedener Initiativen im Stadtteil ausgegeben, davon rund 30% für die Verschönerung des Ortsbildes und andere Maßnahmen durch Fachämter der Stadt und rund 70% an Vereine und Initiativen für deren Projekte ausgereicht. Von insgesamt 64 eingereichten Projektanträgen wurden nur 3 abgelehnt.
Die größten Ausgabepositionen waren 2025 die Errichtung einer öffentlichen WC-Anlage im Trafohaus Konkordienplatz (68.550 Euro), Planungskosten für den Park Thäterstr. (19.000 Euro), die Errichtung einer neuen Flutlichtanlage der Sportstätten Wurzener Str. (10.000 Euro) und die Anschaffung von Dialogdisplays (interaktive Verkehrszeichen, die Autofahrende auf die gefahrene Geschwindigkeit hinweisen – 12.800 Euro). Bei den Vereinen und Initiativen waren die größten Ausgabepositionen das Jobcafé der AWO (12.040 Euro), die Jazztage Dresden (20.809 Euro), Gastspiele im Puppentheater August (12.940 Euro), das Stadtteilfest St. Pieschen (42.354 Euro), die Sanierung des Lichtbandes im Sportcenter Motor Mickten (39.393 Euro) und das Offene Werk im Zentralwerk (12.485 Euro).
Zum Abschluss gab es noch Informationen zu den fertiggestellten Splitterskulpturen zum Holocaust-Gedenktag am 27.01. und zwei Anfragen von Herrn Lehninger (Team Zastrow) zur Sperrung der Sporthalle Am Hechtpark für Motor Mickten und den Verhandlungsstand zum Nutzungsvertrag zwischen Motor Mickten und der Stadt zur Sporthalle Pestalozziplatz.
Ganz zum Schluss entspann sich noch einmal eine rege Diskussion, in deren Ergebnis wir als SBR Herrn Jasef (Freie Wähler) als unseren Vertreter in den Bauausschuss zur Frage des neuen Zollhofs entsandt haben. Er wird dort die durchaus zwiespältige Haltung des SBR zum geplanten neuen Zollhof in der Washingtonstr. einbringen.
Die nächste Sitzung des SBR findet am 10.03.2026 statt, ihr erreicht mich mit allen Anliegen und Fragen natürlich in der Zwischenzeit per E-Mail.

