Am 12.05.2026 traf sich der SBR Pieschen zu seiner 22. Sitzung im Bürgersaal an der Bürgerstraße. Die Tagesordnung war eine Mischung aus langfristiger Stadtplanung, dringenden Infrastrukturfragen und einer ganzen Reihe von Förderanträgen, die zeigen, wie vielfältig das ehrenamtliche Engagement in unserem Viertel ist.
Hier ist mein Bericht aus der Sitzung:
1. Baustellen-Update: Glasfaser, Brücken und Kreisverkehre
Den Auftakt machte Herr Kadler von SachsenEnergie mit einem Ausblick auf die anstehenden Verkehrs- und Bauvorhaben.
- Leisniger Platz & Dreyßigplatz: Am Leisniger Platz wird das Straßenbauamt noch bis zu den Sommerferien arbeiten, danach übernimmt die Trinkwasser-Sparte. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt, da die Abstimmung mit der Deutschen Bahn wegen der angrenzenden Brücken kompliziert ist. Am Dreyßigplatz stehen ELT-Bauarbeiten an.
- Overbeckstraße: Hier rollt der erste Bauabschnitt an. Perspektivisch müssen wir uns ab Anfang 2027 auf den Bau im Kreisverkehr einstellen.
- Glasfaserturbo: Die wichtige Nachricht für alle Digital-Fans: Der Baubeginn für den Glasfaser-Ausbau in Pieschen ist für Mitte Juni angesetzt. In einigen Bereichen liegen die Grundstücksanschlüsse sogar schon bereit.
2. Fachplan Kita: Das Dilemma zwischen Geburtenknick und Personalschlüssel
Frau Bibas vom Amt für Kita präsentierte die Fortschreibung des Fachplans für das Schuljahr 2026/2027. Die demografische Entwicklung gleicht einer Sinuskurve. Aktuell verzeichnet Dresden stadtweit rund 7.000 freie Kita-Plätze, was aufgrund der prekären Haushaltslage Reduzierungen unumgänglich macht – auch wenn man weiß, dass diese Plätze langfristig wieder gebraucht werden.
Pieschen im Fokus: In unserem Stadtbezirk steigen die Kinderzahlen zwar wieder leicht an, aber die Belegungsquote sinkt dennoch von 88,2 % (2024) auf prognostizierte 82,7 % (2025). Ein großes Problem bleibt die Qualität: Dresden hat den zweitschlechtesten Personalschlüssel für Kitas in ganz Deutschland. Da der Betreuungsschlüssel starr an die Kinderzahl gebunden ist, kollidiert dies oft mit „Sowieso-Aufgaben“ wie Hausmeisterdiensten.
Mittel- bis langfristig werden Kapazitäten abgebaut. In Pieschen betrifft dies in der ersten Stufe die Einrichtung in der Maxim-Gorki-Straße 4. Bitter ist die Nachricht zur Gleiner Straße: Die Planung ist fertig, aber die Ausschreibung wurde gestoppt, weil schlichtweg das Geld fehlt. Auch die Auswirkungen des Tech-Zuzugs (TSMC etc.) auf die Geburtenzahlen sind laut Stadtverwaltung bisher völlig unklar und kaum belastbar berücksichtigt.
3. Förderprojekte: Unterstützung für Kultur, Soziales und Kleingärten
Ein Großteil der Sitzung widmete sich den Anträgen lokaler Vereine.
- Lichterfest Pieschen: Nach dem Ausfall im letzten Jahr wegen Bauzäunen kehrt das Fest am 2. Dezember 2026 auf den Leisniger Platz zurück. Organisiert von 20 Ehrenamtlichen des Netzwerks Seniorenarbeit, soll es wieder Begegnungen zwischen Jung und Alt ermöglichen. Der SBR bewilligte die beantragten 1.647,00 € einstimmig.
- Motor Mickten bewegt – trotz Demenz: Ein großartiges Projekt, das wöchentlich zwei Sportangebote (Kegeln und Bewegung) für Menschen mit Demenz und deren Begleitpersonen kombiniert. Da auch der SBR Altstadt einen Teil finanziert, gewährte Pieschen 2.531,25 € (einstimmig).
- 41. Internationales PantomimeTheaterFestival: Das Mimenstudio Dresden plant vom 11.11. bis 15.11.2026 wieder ein hochkarätiges Programm im Theaterhaus Rudi. Trotz steigender Kosten bleiben die Eintrittspreise konstant. Wir unterstützten das Festival mit 5.500,00 € (einstimmig).
- Neuer Rasentraktor für den St.-Markus-Friedhof: Nachdem das alte Gerät gestohlen wurde, brauchte die Laurentiuskirchgemeinde Ersatz. Da die Versicherung nur den Zeitwert (ca. 1.500–2.000 €) deckt, sprang der SBR mit 2.900,00 € ein (16/1/1).
- Behindertengerechte Toilette für den KGV „Am Waldrand“: Dies war der diskussionsintensivste Punkt. Der Verein beantragte 24.000,00 € für einen barrierefreien Toilettencontainer. Da der Kleingartenpark für die Öffentlichkeit 24/7 zugänglich ist, besteht hier ein berechtigtes öffentliches Interesse. Dennoch erschien vielen die Summe zu hoch, zumal weder der Kleingartenverband (Förderschwerpunkt nur in Trinkwasserschutzgebieten) noch die Nachbarstadt Radebeul (trotz Postadresse dort) Unterstützung anboten. Auf Antrag von Dr. Kemper wurde die Fördersumme auf 15.000,00 € reduziert. Der geänderte Antrag wurde mit 16/1/1 angenommen.
4. Anfragen und Ausblick
Zum Abschluss gab es eine Anfrage zum Thema Altkleidercontainer. Hierzu wird das Stadtbezirksamt in einer der nächsten Sitzungen ein detailliertes Konzept vorstellen.
5. Finanzen
Zu jeder Sitzung erhalten wir eine Übersicht über unseren Finanzhaushalt und die bereits zugesagten und eingereichten Projektförderungen. Diese Übersicht leuchtete diesmal rot: mit den aktuell vorliegenden Projekten (über die wir teilweise in der nächsten Sitzung erst entscheiden müssen) ist unser Budget unter Berücksichtigung der Haushaltssperre der Stadt Dresden verbraucht und sogar etwas überzogen. Das bedeutet, dass wir ab Juli keine Projekte mehr fördern können, weil schlicht das Geld fehlt. Es ist unsagbar schade für so manche engagierte Weihnachtsaktion im Stadtbezirk, aber letztendlich auf die Unfähigkeit von Stadtrat und Oberbürgermeister zurückzuführen, einen ordentlichen Haushalt aufzustellen.

