Bereits in den Sommerferien 2024 musste das Bertolt-Brecht-Gymnasium sein Schulgelände räumen und in den Ausweichstandort auf dem Terassenufer umziehen, um Platz für den Abriss und Neubau der zwei Schulgebäude zu machen. Doch seit dem hat sich kaum was getan. Die Zugänge zu den Gebäuden wurden zugenagelt und das Schulgelände verwilderte zunehmend. Viele Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und auch die Elternschaft sorgten sich daher um die Zukunft des Schulneubaus, was in Zeiten von klammen Kassen gar nicht so unberechtigt ist. Zwischenzeitlich soll sogar die Aufgabe des Schulstandortes im Raum gestanden haben.
Daher planten wir Piraten Dresden über eine Anfrage an die Stadtverwaltung Licht in Dunkel zu bringen. Doch wie es der Zufall wollte, lud die Stadt Dresden am letzten Schultag zu einer Pressekonferenz in den Ausweichstandort des „bebe“, um über die Zukunft des eigentlichen Schulstandortes an der Lortzingstraße aufzuklären. Und wir waren mit dabei.


Direkt zu Beginn erklärte der sächsische Kultusminister Conrad Clemens (CDU), dass das Land ein Förderprogramm zum Bau von Schulgebäuden beschlossen hat und das „bebe“ als erste Schule in Sachsen davon profitieren soll. Das Geld kommt dabei aus dem Sondervermögen des Bundes. Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) und Bildungsbürgermeister Jan Donhauser (CDU) betonten, wie sehr sich die Stadt für den Neubau des Bertolt-Brecht-Gymnasiums eingesetzt habe und dass im kommenden Doppelhaushalt 2027/2028 alle benötigten Mittel eingestellt sein sollen. Somit könne mit Beginn des nächsten Jahres des Abriss der alten Gebäude losgehen und 2030 solle alles fertig sein, sodass die neuen Gebäude mit Beginn des Schuljahres 2030/2031 bezogen werden können. Die Stadt wolle an dem Gymnasium festhalten, da es durch seine sprachlichen Programme, wie z.B. das internationale Abitur (IB), und verschiedenen Auszeichnungen, u.a. als Klimaschule und Energiesparmeister, eine gewisse Strahlkraft besitzt. Zudem wird am „bebe“ ab kommendem Schuljahr eine internationale Klasse mit englischsprachigem Unterricht eingeführt, die vor allem den Kindern der internationalen Angestellten in den Chipindustrien zu Gute kommen soll.
Schulleiter Marcello Meschke zeigte sich sehr erfreut, dass es nun endlich losgeht. Zudem schilderte er die Geschichte hinter dem Neubau. Bereits zwischen 2007 und 2015 sei das Hauptgebäude grundhaft saniert worden, weil damals die Glasdächer über der Aula und der Pausenhalle drohten einzustürzen. Die Bautätigkeit sollte deutlich schneller vorangehen und fand daher auch während des laufenden Betriebes statt. Doch es zog sich, weil bei dem Doppel-H-Gebäude des Typs „Dresden“ aus DDR-Zeiten ständig neue Mängel zu Tage kamen.
Um das Jahr 2020 kamen dann Pläne auf, dass auf dem Gelände des „bebe“ ein Schulcampus mit der 101. Oberschule errichtet werden soll, da diese aus ihrem Schulgebäude raus muss. Im Zuge dessen begannen Planungen rund um den Neubau, erst nur des Nebengebäudes, später von beiden Gebäuden. Da beide Schulgemeinschaften die Zusammenlegung ablehnten, wurde das Projekt verworfen. Weil jedoch beide Gebäude vom DDR-Typ „Dresden“ sind und weiterhin starke Mängel, vor allem beim Brandschutz, aufwiesen, hielt man dennoch an Neubauplänen fest.

Die beiden Schulgebäude sollen klimaneutrale Bauten in Holzbauweise werden und somit die ersten klimaneutralen Schulgebüde in Dresden. Durch die Bauweise soll der Bau sogar schneller vorangehen, als bei herkömmlichen Betonbauten. Das Hauptgebäude an der Lortzing- und Holbeinstraße soll dabei dreistöckig werden. Im Erdgeschoss finden Verewaltungsräume, wie Aula, Sekretariat, aber auch die Bibliothek Platz. In den Stockwerken darüber befinden sich die Klassenräume. Das Nebengebäude an der Dürerstraße soll hingegen im Erdgeschoss die Mensa beheimaten und in den zwei Stockwerken darüber Platz für die verschiedenen Fachkabinette bieten.
Für die Schulgemeinschaft und für Schulleiter Meschke hätte es vermutlich keinen besseren letzten Schultag geben können. Denn jetzt haben sie endlich eine verlässliche Perspektive, wie es mit ihrer Schule weitergehen soll und wann sie aus dem beengten Provisorium am Terassenufer in ihre neue Schule umziehen können. Hoffen wir, dass die nötigen Finanzmittel auch wirklich so im Haushalt beschlossen werden. Wir Piraten werden zumindest streng darauf achten, damit dem Neubau auch wirklich nichts mehr im Wege steht.



