Pressemitteilung von Piraten-Stadträtin Anne Herpertz zum Zukunftskonzept des Dresdner Zoos:
Nachdem ich im vergangenen Jahr die Debatte um den Zoo in den Stadtrat gebracht habe, legt dieser nun ein Zukunftskonzept vor. Wo die „Zukunft“ in diesem Konzept liegen soll, ist mir allerdings schleierhaft. Das Geschäftsmodell bleibt, Innovationen ohne Tierleid fehlen und alles geht weiter wie bisher. Wie soll das funktionieren? Das ist so, als wollte man die Stadtverwaltung modernisieren, indem man neue Faxgeräte anschafft.
Helmkasuare
Wie bereits erahnt ist das neue Orang-Utan-Haus kein Kassenschlager geworden und reißt langfristig noch mehr Löcher in die Stadtkasse. Doch statt aus dieser Fehlkalkulation zu lernen, plant man schon jetzt die Anschaffung neuer exotischer Tiere. So möchte man jetzt menschengroße Lauf(!)vögel aus Australien einkerkern, die in freier Wildbahn als Einzelgänger in Revieren von über 50 Hektar leben. Wenn das die Vorstellung von „Zukunft“ ist, dann schaufelt der Zoo sein nächstes moralisch fragwürdiges Millionengrab.
Ich erwarte von einem Zukunftskonzept endlich von nicht-domestizierten, exotischen Tieren abzusehen und vor allem in Richtung alternativer Freizeitaktivitäten für Familien zu denken. Machen wir uns ehrlich: Die meisten nutzen den Zoo schlichtweg für eine gute Zeit mit der Familie. Das geht auch mit anderen Attraktionen und Aktivitäten, die eher an einen Freizeitpark erinnern.
Ich kann nicht nachvollziehen, warum ich zum wiederholten Mal nahezu die Einzige bin, die das hinterfragt und kritisiert. Bei jedem anderen städtischen Unternehmen, sei es die DVB, die Stadtreinigung oder die Bäder wird jede Investition doppelt und dreifach debattiert. Sobald allerdings der Zoo jammernd die Hand aufhält, fließen die Gelder seltsamerweise ohne jede Diskussion. Und wir sprechen hier immerhin von einer Freizeit-Attraktion, nicht von kommunaler Daseinsvorsorge. Ich erwarte, dass der Zoo und dessen Finanzen genauso kritisch betrachtet werden, wie jeder andere Haushaltsposten auch. Dazu gehört auch moralisch wie wirtschaftlich absurde Investitionen zu kritisieren.

