SBR-Bericht Cotta vom 20. August 2026: Viele Feste, Kirchenstühle und bunte Verteilerkästen

Stephanie, große Brille, blass, sitzt mit einem Laptop auf einer Bank in einem Park, dem Conertplatz. Neben ihr ein blau-gelber Ball.

Am 20. August 2026 ging es im Stadtbezirksbeirat Cotta (SBR) mit einer vollen Tagesordnung nach der „Sommerpause“ weiter. Dieses Mal hat uns nicht wie gewohnt Lars Fiebig durch die Sitzung geleitet, sondern Mandy Pretzsch, stellvertretende Leiterin in den Stadtbezirksämtern Alt- und Neustadt. Mir hat ihr Moderationsstil wirklich gut gefallen.

Die Sitzung begann auch direkt mit einer guten Nachricht. Nachdem in der letzten Stadtratssitzung die Nachfinanzierung der Stadtbezirksbeiräte beschlossen wurde, ist unser Gesamtbudget für das verbleibende Jahr von 950 Euro auf über 284.000 Euro gestiegen. Somit konnten wir in der Sitzung und können wir auch noch für den Rest des Jahres Projekte fördern. Wie viel Geld wir allerdings ab nächsten Jahr zur Verfügung haben werden, ist ungewiss.

Zum 3. Mal da: der Kleingartenverein Stetzsch

Der KGV Dresden-Stetzsch e. V. war nun bereits zum 3. Mal zum selben Thema bei uns. Wegen der Haushaltskürzungen mussten wir dem Verein in der Vergangenheit leider eine Förderung für die Erneuerung der Hauptelektronik verweigern, aber jetzt konnten wir den Kleingartenverein endlich unterstützen. Da der KGV durch die bisherigen Erlebnisse mit uns so gebeutelt war, wurden intern alle Gelder zusammen gesucht und der Eigenanteil noch einmal stark erhöht, weshalb die Förderhöhe bei diesem Projekt nur noch rund 8.000 Euro betrug.

Der Antrag wurde mit 14 Ja-Stimmen und 4 Nein-Stimmen (AfD) angenommen.

Berufsorientierungsmesse Zukunftstag Dresden Süd-West

Am 2. September 2026 findet im Gymnasium Cotta eine kleine Berufsorientierungsmesse statt, die ein Gegenangebot zu Großmessen wie Karrierestart sein soll. Ziel ist ein persönlicheres, regionaleres und praktischeres Beratungsangebot zu etablieren. Ähnliche Messen gibt es bereits in anderen Stadtteilen.

Da unsere Kassen in den letzten Monaten zu klamm waren, hat die Messe in diesem Jahr bereits der Stadtbezirk Plauen komplett allein gefördert. Da das Angebot jedoch für beide Stadtteile gedacht ist, kam der Vorschlag auf, dass wir im nächstes Jahr die Kosten allein tragen könnten.

10. Seniorentag

Der von der AWO durchgeführte Seniorentag soll dieses Jahr bereits zum 10. Mal stattfinden. Am 1. Oktober 2026 werden dafür im Sachsenforum beispielsweise Kurse zu Themen wie Patientenverfügungen und Bewegung im Alter geboten. Letztes Jahr haben die Veranstaltunge etwa 800 bis 900 Senior*innen besucht.

Die Förderung i.H.v. knapp 2.000 Euro wurde einstimmig angenommen.

Interkulturelles Herbstfest und Zirkusprojekt für Kinder vom Omse e.V.

Der Omse e.V. wurde mit 2 Förderungen vorstellig. Zum einen ging es um ein interkulturelles Straßenfest auf der Sanddornstraße, welches sich u.a. an Kinder und Familien richtet und am 26. September stattfinden soll.

Die Förderung i.H.v. etwa 3.500 Euro wurde mit 15 Ja-Stimmen und 4 Gegenstimmen (AfD) angenommen.

Zum anderen stand wieder das uns bereits bekannte Kinderzirkusprojekt für die zweite Herbstferienwoche auf dem Plan. Dabei kooperiert die Laborschule mit dem trägereigenen Kinder- und Familientreff des Omse e.V. Puzzle. Aus beiden Einrichtungen sollen je 10 Kinder im Alter von 6-12 Jahren gemeinsam eine Woche lang eine Zirkusaufführung einüben und zum Ende der Woche vorführen.

Die Förderung für dieses tolle Projekt i.H.v. 4.500 Euro wurde einstimmig angenommen.

Nachbarschaftsfest ‚Brücken bauen‘ am 11. Oktober 2026

Ein weiteres Fest möchte der Konglomerat e.V. in Zusammenarbeit mit dem neuen Volkshaus Cotta veranstalten. Geplant sind eine Bühne mit Musik und verschiedene Kinderangebote wie ein Fahrradparcours. Das Fest war ursprünglich ein Kleinprojekt, welches hätte im Umlauf beschlossen werden können. Allerdings wurde von mindestens einem Ratsmitglied Einspruch eingelegt, sodass das Projekt noch einmal vorstellig werden musste. Vermutlich, weil der Verein einigen Ratsmitgliedern einfach zu links ist.

Zum Glück wurde die Förderung i.H.v. 1.000 Euro trotzdem mit 10 Zustimmungen, 6 Gegenstimmen und 3 Enthaltungen angenommen.

Herstellen und bemalen einer Sitzlandschaft

Unter dem Namen „Textile Resonanzen“ sollte der 3. Teil einer Kunstaktion gefördert werden, bei der teils aus Stoffabfällen eine Sitzlandschaft entstehen wird. Dafür werden große wurstähnliche Gebilde aus Jerseyschläuchen mit speziellen Watteresten befüllt. Diese besonderen Sitzkissen sollen für die bessere Haltbarkeit auf der Unterseite mit Planenstoff verstärkt und in Cotta anschließend bemalt werden. Die Herstellung wurde bereits zum Teil durch den Stadtbezirksbeirat Neustadt finanziell unterstützt.

Ziel des Künstlerinnenkollektivs Heeg-Jansen ist es nicht nur, eine neue Sitzlandschaft zu erschaffen, sondern ein Angebot im neuen Volkshaus Cotta zu bieten, bei dem es vor allem um den gemeinsamen Austausch beim kreativen Arbeiten geht.

Die Sitzlandschaft selbst soll zuerst im Volkshaus Cotta verweilen. Weiterhin haben bereits das TJG und die Sparkasse Interesse bekundet.

Auch wenn ich anfangs nur mit den Bildern aus dem Antrag einige Verständnisprobleme hatte, haben mich die Modelle vor Ort und die Vorstellung und die Antworten auf die letzten offenen Fragen vom Modell überzeugt. Ebenfalls positiv hervorzuheben fand ich den Vorschlag der Künstlerinnen, noch vor Ort um Spenden zu bitten, um so noch gegebenenfalls die Förderhöhe nachträglich senken zu können.

Doch leider haben das nicht alle im Rat so gesehen wie ich und die Förderung von reichlich 2.100 Euro wurde mit 7 Ja-Stimmen, 11 Gegenstimmen und 2 Enthaltungen abgelehnt.

Dresden goes Balkan

Die Balkaneros Dresden haben uns ihre vierteilige Konzertreihe durch die Neustadt, Gorbitz, Prohlis und die Altstadt vorgestellt. Es soll Balkan-Brass mit Tanz geben. Dafür ist neben den Musiker*innen eine Tänzerin an Bord, die sowohl Soloprogramm darbietet als auch Kreistänze mit dem Publikum einstudiert. Ähnliche Konzerte der Gruppe konnten im letzten Jahr pro Konzert etwa 350 Zuhörer*innen begeistern. Der Termin in Gorbitz findet am 29. August 2026, 16:00 Uhr vor der JKS-Passage statt.

Die Förderung i.H.v 1.900 Euro wurde mit 12 Ja-Stimmen und 8 Enthaltungen angenommen. Ich habe für die Förderung gestimmt.

Neue Stühle für die Baptistengemeinde

Die seit 1892 bestehende lokale Baptistengemeinde hat etwa 170 Mitglieder und gehört zu den Freikirchen, weshalb sie sich ausschließlich über Spenden finanziert. Die Gemeinde hat theoretisch offene Angebote wie Flohmärkte, Sprtgruppen und Konzerte, die aber nicht weiter beworben werden, so ist auch die Website längst veraltet und Aushänge oder ähnliches habe ich im Viertel auch noch nie gesehen. Nun sollen jedoch für die Kirche 200 neue Stühle angeschafft werden, weil die aktuellen Sitzmöbel bereits ziemlich abgenutzt und auch schon 50 Jahre alt sind.

Ein schwieriger Fall, weil, auch wenn ich verstehe, weshalb sich die Gemeinde neue Stühle wünscht und ich dem Gedanken ggü. offen stehe Glaubensgemeinschaften die nicht von der Kirchensteuer mitfinanziert werden über die Stadtbezirke staatliche Zuwendung zukommen zu lassen, fand ich hier eine Förderung unangemessen. Die Projekthöhe beläuft sich auf insgesamt rund 45.000 Euro und es wurde eine Förderung von etwa 27.300 Euro beantragt (ungefähr 60 % der Gesamtsumme). Für diese Summe bekommen wir locker 5 kleine Stadtteilfeste gefördert und die wirken wirklich in den Stadtteil hinein. Die Kirchenstühle einer kleinen Gemeinde, die ihre eigenen Veranstaltungen kaum bewirbt jedoch wohl eher nicht.

Doch die Fördersumme erschien auch den anderen Ratsmitgliedern zu hoch und so wurde in einer kurzen Pause ein Änderungsantrag von Thomas Günzel (CDU) gestellt. In diesem sollte die Höhe der Förderung mit dem Eigenanteil getauscht werden, wodurch die Förderung auf 18.000 Euro reduziert wurde.

Die Abstimmung zu dieser Änderung wurde mit 11 Ja-Stimmen, 7 Nein-Stimmen und 2 Enthaltung angenommen. Ich habe mich enthalten, da ich die Stühle weder für 27.000 noch für 18.000 Euro als förderungswürdig empfinde. Hätte es sich um ein Fest oder eine ähnliche offene Veranstaltung gehandelt, hätte ich vermutlich anders entschieden, aber nicht für Stühle, die für eine geschlossene Gruppe gedacht sind.

Schlussendlich wurde die Förderung für der Stühle mit 11 Ja-Stimmen und 9 Nein-Stimmen angenommen.

Bunte Verteilerkästen für Cotta

Mein Highlight der Sitzung war die Projekt-Vorstellung der House of Urban Culture gGmbH. Diese möchte Hip Hop Kultur in Dresden fördern und bietet z.B. StreetArt-Angebote und Musik-Veranstaltungen.

Bei der uns vorgelegten Förderung geht es darum, Verteilerkästen zu gestaltet, wofür eine Förderhöhe von rund 5.400 Euro beantragt wurde, womit etwa 10 bis 15 Standorte verschönert werden können.

Auf meine Nachfrage hin wurde erklärt, wie der Prozess für die Gestaltung der Verteilerkästen abläuft. Es gibt eine Person, die das Projekt koordiniert und Kästen vorschlägt. Diese müssen anschließend genehmigt werden, was allerdings gar nicht so einfach ist, da erst ermittelt werden muss, wem die Kästen überhaupt gehören. Wenn die Genehmigung dann eingeholt wurde, wird geschaut, welche Künstler*innen und welcher Stil in die Umgebung passen. Aktuell wird mit einer Gruppe aus 10 bis 15 Menschen gearbeitet, die Stromkästen bemalen.

Wir wurden als Ratsmitglieder ermutigt, selbst Ideen für Standorte und Motive einzubringen. Falls ihr Vorschläge habt, meldet euch gern bei mir, ich gebe diese dann weiter.

Die Förderung wurde mit 17-Ja-Stimmen und 3 Enthaltungen angenommen.

Sonstiges

Am Schluss der Sitzung gab es noch einige allgemeine Ankündigungen. So soll es am 9. Oktober 2026 eine zentrale Veranstaltung für alle SBRe geben, bei der wir über die Finanzlage sprechen, es gab ein Update darüber, dass sich die Umweltspur auf der Flügelwegbrücke seit Anfang letzter Woche in der Entwurfsplanung befindet und die Installation der verbleibenden Radbügel im Viertel geht voran.

Nach knapp 3 Stunden war die Sitzung pünktlich vorbei. Die Nächste Stadtbezirksbeiratssitzung für Cotta findet am 17. September, 17:30 Uhr im Rathaus Plauen statt.

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