SBR Pieschen 18.08.2026 – Von Baustellen, sinkenden Kriminalitätszahlen, inklusiven Nachbarschaften und Weihnachten

Platzschild im SBR Pieschen: Jens Hänsch, PIRATEN

Am 18. August 2026 traf sich der Stadtbezirksbeirat (SBR) Pieschen zu seiner 24. Sitzung. Dieses Mal gab es einen besonderen Ortstermin: Wir tagten in der Weinbergskirche. Bevor wir in die Tagesordnung einstiegen, stellte Pfarrer Dr. Reißmann das Ergebnis des Förderprojekts zur Gestaltung des Außengeländes vor – ein Beteiligungsprojekt mit einem Volumen von ca. 250.000 Euro, finanziert über Stadtmittel und den SBR. Ein schönes Beispiel dafür, wie Stadtteilmittel direkt vor Ort sichtbar werden.

Doch danach ging es ans Eingemachte. Hier ist mein Bericht aus der Sitzung:

1. Baustellen-Update: Fernwärme, Wasser und der „Glasfaserturbo“

Vertreter der SachsenEnergie gaben uns einen Überblick über die aktuellen und kommenden Einschränkungen im Viertel:

  • Leisniger Platz: Hier gab es Verzögerungen; eine Vollsperrung steht bevor.
  • Oschatzer Straße: Der Bau eines Fußgängerüberwegs (geplant für Sept.–Nov.) verzögert sich aufgrund von Fernwärmearbeiten.
  • Harkortstraße: Die Trinkwasserarbeiten laufen noch bis zum 21.08., danach beginnt die Deutsche Bahn mit dem Abriss der Brücke.
  • Ausblick 2027: Die Overbeckstraße wird das dominierende Bauprojekt im nächsten Jahr sein.
  • Glasfaser: Im gesamten Gebiet läuft der „Glasfaserturbo“. Als Pirat begrüße ich den digitalen Ausbau, werde aber genau hinschauen, dass die Wiederherstellung der Gehwege ordentlich erfolgt.

2. Kriminalstatistik 2025: Pieschen wird sicherer

Revierleiter Alfred Ilg präsentierte die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2025. Für Pieschen gibt es eine gute Nachricht: Die Gesamtzahl der Straftaten ist um 18,0 % gesunken (von 4.226 auf 3.465 Fälle).

Besonders auffällig:

  • Sachbeschädigungen gingen massiv zurück (-55,6 %), was allerdings auch daran liegt, dass 2024 die „Sattelschlitzer“-Serie die Statistik nach oben getrieben hatte.
  • Die Aufklärungsquote liegt im Mittel über 50 %, bei Gewaltstraftaten sogar über 80 %.
  • Cybercrime nimmt hingegen zu (+50 Fälle), wobei Prävention hier laut Polizei vor allem im familiären Bereich (Schutz Älterer vor dem Enkeltrick) ansetzen muss. Weil sich aber nach meiner beruflichen Erfahrung Cybercrime keineswegs auf Enkeltrick und Senioren beschränkt, greift das deutlich zu kurz. Sinnvolle Präventionsprogramme scheint es hier nicht zu geben.

Kritik zur Transparenz: Auf Nachfrage kam heraus, dass der seit 2018 geplante Neubau des Reviergebäudes (Julius-Vahlteich-Straße) weiterhin in den Sternen steht. Im aktuellen und nächsten Doppelhaushalt ist kein Geld dafür vorgesehen – optimistische Schätzung: 2033. Das ist ein Armutszeugnis für die Prioritätensetzung der Stadtverwaltung bei der Infrastruktur.

3. „Inklusion vor Ort“: Ein starkes Signal für soziale Teilhabe

Frau Neuber stellte das Projekt „Inklusion vor Ort“ vor. Bei 87.000 Menschen mit Behinderungen in Dresden (15 %) ist das Thema kein Randaspekt, sondern Kernaufgabe einer sozialen Stadtpolitik. Das Projekt läuft bis Ende 2029 und fördert unter anderem inklusive Stadtteilnetzwerke, wie das der Hufewiesen Trachau e.V.. Solche Strukturen stärken das Miteinander und bauen Barrieren ab – ein Ziel, das ich als Pirat voll unterstütze.

4. Fördermittel: Kultur ja, Transparenz-Fragezeichen bei der Deko

Drei wichtige Beschlüsse standen an:

  • Weihnachtsbeleuchtung Oschatzer Straße (1.953,60 €): Der Verein Pro Pieschen e.V. kümmert sich um den „alljährlichen Modus“ der Beleuchtung. Dabei geht es nicht mehr wie noch in den vergangenen Jahren um grundlegende Reparaturen, sondern „nur noch“ um das Auf- und Abhängen und kleine laufende Reparaturen, was sich deutlich in der beantragten Fördersumme widerspiegelt. Dabei hat der Verein seinen Eigenanteil freiwillig erhöht, um das SBR-Budget zu schonen. Der Antrag wurde einstimmig angenommen.
  • Verkaufsoffener Sonntag (06.06.2027): Anlässlich des Stadtteilfests „Sankt Pieschen“ soll ein Sonntag für den Handel geöffnet werden. Abstimmung: Einstimmig.
  • Gastspiele im AUGUST Theater (5.334,00 €): Unter dem Titel „Stars am Abend in Pieschen“ werden hochwertige Figurentheater-Produktionen gefördert. Trotz Abwesenheit der Antragsteller (Krankheit/Urlaub) stimmten wir mit großer Mehrheit (15/0/3) zu. Kultur im Stadtbezirk ist Lebensqualität für alle!

5. Budget & Anfragen: Wo hakt es in der Verwaltung?

Gute Nachrichten zum Schluss: Die Haushaltssperre ist beendet. Nach den heutigen Beschlüssen verfügt der SBR Pieschen noch über ein stattliches Restbudget für 2026 von 205.315,31 Euro. Wenn ihr also Ideen habt, welche lokalen, sozialen, kulturellen oder sportlichen Projekte man dieses Jahr noch angehen kann – her damit!

Bei den Anfragen zeigte sich jedoch wieder das übliche Bild:

  • Der Prüfantrag der Linken für längere Grünphasen an der Leipziger Straße wurde leider abgelehnt. Für Kinder und Senioren bleibt das Überqueren dieser Ausfallstraße damit weiterhin ein Stressfaktor. Auf breiter Basis waren wir uns aber einig, dass wir uns insgesamt mal die Ampelschaltungen auf der Leipziger Str. erklären lassen wollen, um eventuell das Verhältnis zwischen den einzelnen Nutzergruppen neu auszutarieren. Ich bereite demnächst einen Antrag dazu vor.
  • Die Antwort der Stadt zur Erlassung von Sondernutzungsgebühren für Stadtteilfeste wurde zurückgestellt, weil man intern an einer neuen Satzung arbeitet. Wir bleiben dran!
  • Immerhin: Die Toiletten am Konkordienplatz sollen im 1. Halbjahr 2027 kommen.
  • Bei der Instandhaltung des alten Treidelpfades in Pieschen und Übigau gibt es zu Zuständigkeits-Hickhack zwischen Stadt und Land, das letztendlich zu Stillstand führt. Der SBR hakt nach.

Transparenz und soziale Gerechtigkeit kommen oft nur in kleinen Schritten voran. Ich werde im Stadtbezirksbeirat weiterhin darauf achten, dass unser Geld dort ankommt, wo es den Menschen im Viertel wirklich nützt.

Die nächste Sitzung findet planmäßig am 08.09.2026 18:00 Uhr statt – wir bleiben für euch an den Themen dran! Wenn Ihr eigene Themen aus dem Stadtbezirk habt, freuen wir uns auf eure Nachricht.

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