Menschenaffen sollten nicht unserem Amüsement dienen – Kommunale Verschuldung durch Affenhaus verhindern

Orang-Utan-Kind im Dresdner Zoo | CC BY-SA 2.0 superscheeli via Flickr
Orang-Utan-Kind im Dresdner Zoo | CC BY-SA 2.0 superscheeli via Flickr

Planungen nicht öffentlich – Stadtrat muss endlich eingebunden werden

Die unhaltbaren Zustände im Affenhaus des Dresdner Zoos sind lange bekannt. So hat der Dresdner Zoo 2017 sogar den Negativ-Preis des ‘Great Ape Project’ für die “schlimmste Orang-Utan-Qualhaltung in einem europäischen Zoo” erhalten. Die PIRATEN fordern daher, Zucht und Haltung der Menschenaffen in Dresden einzustellen und die eingesperrten Tiere an einen artgerechteren Lebensort zu bringen.

Um zumindest die gesetzlichen Mindestanforderungen der Tierhaltung sicherzustellen, könnte man allerdings auch ein neues Affenhaus mit “besseren” Lebensbedingungen bauen. Dies kostet in etwa 15 Millionen Euro – Geld, welches Dresden gerade jetzt in der Pandemie nicht hat. Daher plant der Zoo, sich für die Finanzierung mit 12 Millionen Euro zu verschulden – da aber der Zoo 100%ig der Stadt gehört und dauerhaft Verluste erzeugt, würde sich Dresden damit selbst verschulden.

Die Frage, ob man die Affen abgibt oder ein neues Affenhaus errichtet, ist eine politische Frage. Und es ist erst recht eine politische Frage, ob und für was Dresden Schulden aufnimmt. Politische Fragen müssen grundsätzlich in der Öffentlichkeit diskutiert und anschließend im zuständigen politischen Gremium, in diesem Fall dem Stadtrat, entschieden werden.

Doch eine politische Diskussion und eine Entscheidung im Stadtrat fand nie statt! Der Zoo hat den Stadtrat umgangen und selbst entschieden, 12 Millionen Euro Schulden für ein Affenhaus aufzunehmen. Der Stadtrat kennt weder die Baupläne noch die Finanzkalkulation – und auch über die zukünftigen Gefangenschaftsbedingungen der Menschenaffen ist so gut wie nichts bekannt. Es ist sogar so, dass ein Antrag zu einem neuen Affenhaus (V0518/18) in 2018 zwar eingereicht, aber nie vom Stadtrat beschlossen wurde!

Daher hat unser Stadtrat Martin Schulte-Wissermann für die kommende Stadtratssitzung einen Antrag eingereicht, welcher die Verwaltung auffordert, die Baupläne und die Finanzierung eines möglichen Affenhauses im Stadtrat entscheiden zu lassen. Nur so kann eine öffentliche Diskussion entstehen, ob und unter welchen Bedingungen man heute noch Menschenaffen gefangen halten darf.

Der Stadtrat wird am 26. November unter Tagesordnungspunkt 5 über den Antrag beraten und beschließen.

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