Große Hürden für kleine Kunst?

PIRATEN Dresden kritisieren Vorgehen der Stadt, Straßenmusik weiter einzuschränken.

Wie einer Pressemitteilung zu entnehmen ist, plant die Stadt den Auftritt von Straßenmusikern und anderen Straßenkünstlern in Zukunft generell nur auf vorherigen gebührenpflichtigen Antrag zuzulassen.

Damit schadet die Verwaltung nicht nur dem Ansehen Dresdens als Touristenmagnet, sondern schränkt ohne ersichtlichen Grund auch die Rechte der Künstler ein. Dafür überschreitet die Stadtverwaltung sogar die Sondernutzungssatzung, welche in Straßenkunst überhaupt keine erlaubnispflichtige Nutzung sieht, und schon für die bisherigen Auflagen keine Begründung lieferte.

Dabei ist unerheblich, ob es sich bei den Darbietungen um erwerbsmäßige oder Hobbydarstellungen handelt. Denn eines ist ihnen gemein: Straßenmusiker bereichern den öffentlichen Raum zunächst unentgeltlich. Die Akzeptanz der kulturellen Beiträge bemisst sich schließlich durch die Tellerspenden und das Feedback der Zuhörer.

Auch der rigide Ausschluss bestimmter Instrumente und technischer Hilfsmittel unabhängig deren tatsächlicher Geräuschentwicklung beweist fehlendes Augenmaß und Verständnis der Materie seitens der Stadt, da er verkennt, dass gerade elektronisch verstärkte Instrumente (zum Beispiel E-Schlagzeuge) das Spielen bei geringer Lautstärke gerade erst möglich machen.

Norbert Engemaier, Generalsekretär der PIRATEN Dresden, dazu: „Es ist schon abenteuerlich anzunehmen, dass die Probleme zwischen Straßenmusikern und Anwohnern dadurch gelöst werden, dass jemand eine Gebühr zahlt oder einen Antrag ausfüllt.“

Besonders berücksichtigen muss die Stadt auch die Situation von Musikern und Kleinkünstlern, deren Deutschkenntnisse nicht für die Anträge und Ankündigung ausreicht, und somit weitere Hürden gegen deren gesellschaftliche Teilhabe errichten.

4 Kommentare zu „Große Hürden für kleine Kunst?“

  1. Niemand ist gezwungen eine Zahnarztpraxis neben dem touristischsten Platz Dresdens aufzumachen. Wenn ich neben den Hauptbahnhof ziehe, beschwer ich mich auch nicht anschliessend, dass da Züge verkehren.

    Aber so sind die Leute: Erst in die Innenstadt/Neustadt ziehen, weil es ja so ultracool und lebendig da ist, und anschliessend darüber beschweren.

  2. Stadt Dresden… beweißt mal wieder, dass hier verschiedene Kräfte gegeneinander Arbeiten statt miteinander.

    @Dieter: Ortographie schreibt man groß. Neue Rechtschreibung ist auch noch kein Begriff oder? Meckern sollte man nur, wenn man es kann 😉

  3. ganz so einfach ist das nicht. ich kenne zum beispiel eine zahnarztpraxis an der frauenkirche, die schließen mußte,weil die patienten ausblieben. sie hatten sich explizit über die straßenmusik beschwert und ihr fernbleiben eben damit begründet.

    nur nebenbei: orthographie ist für das gesamtbild wichtig. „beweißt“ geht nicht; und auch der gebrauch von „ss“ neben „ß“ ist nicht konsequent. 🙂

    aber, keine panik; im september wähle ich PIRATEN.

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